Elberadtour von Pechau nach Coswig

In der Pension (Gaststätte) haben wir als einzige Gäste mit viel Liebe zubereitet ein Frühstück bekommen, was uns in der Baumschule sicher nicht passiert wäre. Ich denke der Quartiergeber der Baumschule war nach einem persönlich erlittenen schwerem Schicksal komplett überfordert. Wie wir erfahren hatten, war seine Frau wenige Wochen vorher plötzlich verstorben. Sicher nicht die besten Voraussetzungen dann eine Pension weiter zu betreiben.
Nur gut das wir das Quartier nochmals gewechselt hatten. Die sehr gute Gastfreundschaft hat uns dann auch für die nächste Etappe ordentlich Power gegeben. Immerhin sind wir nun schon einige Tage, ohne einen Ruhetag, unterwegs und die Kondition ist doch etwas geschwächt. Dann ging es auf den schnellsten Weg wieder zum Elbe Radweg, das Quartier lag ja ca. 5 km vom eigentlichen Radweg entfernt. Das gute an dieser Etappe war dann auch, das bessere Wetter, wir mussten uns auf ca. 30 Grad einstellen. Der nächste angefahrene Ort war Schönebeck, hier sind wir über die Brücke auf die andere Elbseite gefahren. Als wir die Brücke passierten, kam uns eine Kolonne mit historischen Traktoren entgegen. Die sind am Sonntagmorgen mit ordentlich Geknatter in die Stadt eingefahren. Im Bereich der Elbe war eine große Blechfigur und dahinter die ältesten Fachwerkhäuser. Die Häuser waren aber schon wieder restauriert und als kleine Wohn – Reihenhäuser ausgebaut. In den nächsten Kilometern waren wir viel neben Landstraßen oder direkt auf diesen Gefahren. So führte uns der Weg nach Barby, hier war wieder Fähre angesagt. Nach unseren Vorplanungen hatten wir an der Elbe in Brambach ein Hotelzimmer gebucht. Hinter Barby gab, nach einer Pause, bei meiner Mitfahrerin das Hinterrad komische Metall schleif Geräusche wieder. Wir haben alles kontrolliert, nichts hat geschliffen. Wir haben dann versucht, weiter zu fahren, aber leider ging das Geräusch von allein nicht weg. Erst war die Vermutung, die Kettenschaltung hat sich verstellt, aber auch das war dann nicht die Ursache. Wir waren schon auf den Gedanken gekommen, die Fahrt abzubrechen, bevor das Fahrrad noch größeren Schaden nimmt. Bei der weiteren Suche, also Fahren und beobachten, anhalten schauen und Fahrt fortsetzen, stellten wir fest, dass eine Befestigungsschraube vom Hinterbauständer, direkt auf die Bremsscheibe schlug. Es stellte sich heraus, es ist die Ursache, also alles ablasten, Werkzeug suchen und den Ständer wieder neu einstellen und befestigen. Damit war das Problem behoben und wir konnten sehr erfreut und entspannt weiterfahren. Nach langen Hitze Kampf mit Fahrten auf der Landstraße waren wir dann am Hotel angekommen. Ich freute mich schon auf ein Eisbecher mit viel Sahne drauf und einen Kaffee dazu auf der Elbterrasse zu sitzen. Ich wollte nach der Fahrt die Sonne und das Eis mit Kaffee genießen. Leider kam es nicht dazu, wir hatten aus Versehen ein gleichnamiges Hotel in Coswig gebucht. Ein Anruf beim richtigen Hotel, wir wollten Stornieren, sagte man uns nur gegen 80 % Stornogebühren. Nach langer Überlegung hieß es für uns noch mal ca. 30 Km radeln bis Coswig. Wir haben dann in Brambach mit einer kleinen Fähre übergesetzt und sind weiter gefahren. Da unser Treibstoff (Wasser) schon aufgebraucht war, mussten wir noch nachtanken. Obwohl die Strecke um Dessau, die Fahrt durch den Naturpark und die schöne Landschaft mehr Aufmerksamkeit wollten, hatten wir nur eins im Kopf, Ankommen. Das wir dann auch keine Lust auf Dessau und Wörlitzer Park hatten, war den Umständen geschuldet. Es ging bis kurz vor Coswig. Damit war die nächste Tages Etappe für morgen auf 18 km geschrumpft. Erschöpft am Ziel eingetroffen, wollten wir nur eins, Ausruhen, schön Abendessen und chillen. Leider war uns das nicht gleich vergönnt, unser Zimmer war unterm Dach. Das hieß mit gesamten Gepäck trepp auf trepp ab über Flure endlich am Zimmer anzukommen. Das Zimmer empfing uns mit einer Zimmertemperatur um die 31 °C, viel Sonne auf die Dachfenster. Leider kühlte es sich auch in der Nacht nicht ab. Das einzige Gute war das Abendessen unten im Restaurant mit Blick auf die Elbe. Wir konnten bei einem reichlichen Menü und kühlem Weine den Abend doch noch positiv beenden.

Strecke 85 km und 5:09 h
Gefahren am 30.07.2017

Denkmal in Schönebeck

Motivationshilfe

Die ältesten Fachwerkhäuser in Schönebeck

Fähre nach der Streckenerweiterung

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