Elberadtour – Cumlosen nach Sandau

Die nächste Etappe führte uns von Cumlosen nach Sandau, zumindest war so der Plan. Durch den jährlich überarbeiteten Elbe-Radweg-Guide, kann man sich einfach die Etappen von der Entfernung her und den Sehenswürdigkeiten planen. Zum anderen ist es so, dass man sich eine App auf‹s Telefon laden kann und diese zeigt dir dann die Strecke wie ein Navi, na ja nicht ganz so, aber zumindest merkst du Abweichungen von der Elberadweg – Route. So sind wir nach einem guten, reichlichen Frühstück und Gesprächen mit anderen Radlern aus der Unterkunft von Cumlosen in Richtung Havelberg gefahren. Am Frühstückstisch verriet uns die Quartier-Mutter, dass sie auch Ferienwohnungen anbietet und man hier auch längere Zeit bleiben kann. Eine Ferienwohnung bietet den direkten Blick auf ein Storchen Nest. Morgens kann man den Storchen Eltern beim füttern zusehen (Nach Aussagen der Quartier – Mutter), inwieweit das für einen menschlichen Nachwuchs Anreiz ist?. Von einem anderen Radler bekamen wir noch Hinweise zur Strecke, er kam aus Richtung Dresden. Wie er uns erzählte, erwartet uns auf den nächsten Etappen schon eine Verschlechterung der Radwege. Es war auch von Baustellen die Rede, da ja an verschiedenen Damm Bereichen noch gebaut wird. Wir sind zuerst nach Wittenberge gefahren, um einen Geldautomaten zu finden. Wenn man auf vielen einsamen Strecken unterwegs ist, gibt es selten die Möglichkeit, den Geldbeutel wieder zufüllen. Nachdem das erfolgt war, haben wir uns noch die Stadt etwas angesehen. Leider verscheuchte uns ein feiner starker Regen aus der Stadt. Die Hoffnung war, endlich aus der Regenzone zu entkommen. Wir hatten an einem überdachten Rastplatz für Radler eine kurze Esspause gemacht und danach war der Regen auch vorbei. Vor Rühstedt kam dann die Deich Baustelle, davon hatte uns der Radler beim Frühstück erzählt. Wir mussten durch ein Waldstück mit Schlammwegen und zum Schluss über eine zerfahrene Wiese. Durch die schrägen am Weg und dem Schlamm war es schon gefährlich wegzurutschen. Mit einem unbeladenen Fahrrad ist das sicher nicht solch Problem, aber mit 2 Packtaschen und einem Rucksack auf dem Gepäckträger sieht das schon anders aus. Wir hatten von unterwegs schon wieder unser nächstes Quartier in Sandau klar gemacht. Bei dem Gespräch gab uns der Herr des Hauses noch den Hinweis mal vom Elberadweg abzufahren und das Storchendorf Rühstedt zu besuchen, dem Hinweis sind wir dann auch gefolgt. Also sind wir in das Storchendorf Rühstedt gefahren. Dazu passte dann auch endlich mal das Wetter, die Sonne kam raus und brachte uns gleich zum Schwitzen. Im Ort Rühstedt waren sehr viele Storchen Horste, man konnte kaum zählen, ohne eines zu übersehen. Ich denke, es waren so um 30 bis 40 Horste. Nach dem Aufenthalt ging es weiter nach Havelberg. Kurz vor der Stadt war dann eine Brücke wegen Bauarbeiten gesperrt, wieder mal und so konnten wir nicht zwischen Havel und Elbe fahren. In Havelberg haben wir uns die Stadt angesehen und entschieden noch einen Abstecher nach Werben zu fahren, es sollte die kleinste Hansestadt sein. Wir mussten dazu einen Umweg fahren und mit der Fähre übersetzen, also eigentlich auf die falsche Elb Seite. Unser Quartier in Sandau war ja auf der hiesigen Seite. Laut Plan war aber in Höhe von Sandau eine Fähre eingezeichnet, also für uns die Möglichkeit die andere Elbseite, ohne mit dem Fahrrad schwimmen zu müssen, erreichen zu können. Leider waren in Werben schon die Bürgersteige hochgeklappt, nichts los dort. Ein schönes Dörflein, leider keine Möglichkeit für Abendessen gefunden, auch keine Einkaufsmöglichkeit. Unsere Kraftriegel entsprachen nicht so der Vorstellung von einem schönen Abendessen. Wir sind also nach kurzer Durchfahrt von Werben auf der Elbseite weiter gefahren. Eine Rückfahrt nach Havelberg war uns zuviel Umweg. Dann ging es also weiter nach Berge und zur Fähre Sandau. Die Zeit war schon fortgeschritten und es kam die Frage auf, fährt die Fähre dann auch noch? Ein Anruf bei den Quartier-Eltern in Sandau sollte uns Gewissheit geben und vor allem wollten wir mitteilen, dass es noch etwas dauern wird, bis wir eintreffen. Wir erfuhren, dass die Fähre noch bis 19.00 Uhr fahren sollte. Dann ging es durch sehr schöne Naturlandschaften, mit gut angelegten Rastplätzen für Wanderer und Radler, sowie gut ausgebauten Fahrradwegen. Die schönen Fleckchen luden eigentlich zum Verweilen ein, nur hatten wir unser Quartier ja schon gebucht und waren auf eine Übernachtung bei Mutter Natur nicht ausgestattet. Auf der weiteren Strecke, war uns mitten in einem Waldgebiet, ein Hund in der Ferne aufgefallen, war ein Golden Retriever, kein Wolf. Wie kam der hierher, kein Herrchen zu sehen. Kann er uns gefährlich werden? Als ich dann auf seiner Höhe war, lief er plötzlich neben meinem Rad her. Es sah so aus, als ob wir uns, schon ewig kennen. Ich bin sein Herrchen? Er lief sehr gut neben meinem Fahrrad her, er hatte auch ein Halsband. Ja wo sollte er abgehauen sein, keine Siedlung in der Nähe. Er lief dann immer brav neben mir, ich wollte ihn nicht im Wald alleine lassen. Mir tat die Hundeseele leid und damit wusste ich, er braucht meine Hilfe. Auf den nächsten Kilometern war keine Ortschaft zu erkennen, doch dann war etwas ab von unserem Weg eine Ortschaft am Horizont erkennbar. Also bin ich von der Strecke abgewichen und ins Dorf geradelt. Meine Mitradlerin hatte derweil an der Kreuzung gewartet. Mein neuer Freund war immer an meiner Seite geblieben und hatte mich schon adoptiert. Im ersten Haus des Dorfes kannte eine Frau den Hund und wusste, wem er gehört. Ein Anruf bei den Eigentümern war dann die Klärung der Situation. Leider trennten sich damit die Wege zwischen mir und meinem neuen Freund Golden Retriever. Ich glaube, ich hätte ihn gern mitgenommen, aber wir hatten schon noch einige Kilometer zu radeln und zum anderen war mir unklar, ob er nicht vermisst wird. Die Bewohnerin musste ihn dann anleinen, damit ich wegfahren konnte und wieder auf Strecke kam. Da wir unterwegs noch keine Möglichkeit zum Abendessen gefunden hatten, kam uns die Gaststätte am Weg in Büttnerhof(Gaststätte) gerade recht. Nach einem leckeren Essen ging es dann weiter. Wir mussten uns beeilen, um die Fähre noch nutzen zu können. An der Fähre angekommen, war alles dunkel und die Fähre auf der anderen Seite. Es war nicht zu erkennen, ob die Fähre noch fahren würde. Ein Auto kam dann und wir haben uns mit dem Fahrer unterhalten, er meinte, es kann sein, das der Fährmann schon Feierabend gemacht hat. Ja er mit seinem Auto konnte schnell eine Überquerung erreichen aber wir? Nun standen wir ca. 5 km vor unserem Quartier und Bett, was nun. Es wurde ja auch schon Dunkel. Nach einigen Minuten endlich die Erleichterung, an der Fähre bewegte sich was, sie kam rüber. Bei den Seilfähren hört man auch nichts, da läuft kein Motor oder so. Auf der anderen Elbseite angekommen war unsere Stimmung sehr gut geworden, gleich sind wir da. Unsere Unterkunft war Gästezimmer in einem Haus eines Weinhändlers. Die Besitzer selber sehr viel mit dem Rad unterwegs haben uns prima empfangen. Untergebracht im Obergeschoss, viel Literatur zu Radlerstrecken und ein Vorrat an Wein hatte den Abend dann doch noch ganz gut ausklingen lassen. Nach einer Dusche und paar Schlückchen Wein war die Welt sehr in Ordnung.

Unsere Tagesstrecke:87 km in 5:23 reine Fahrzeit
Gefahren am 27.07.2017

Sandbank an der Elbe

Naturschutzgebiet vor Sandau

Kleines Idyll

See auf der Strecke

Rühstedt Storchenhorst

Storchenhorst in Rühstedt

Gasthof mit Storchenhorst

Havelberg Stadtansicht

Havelberg untere Stadt

Gasthof vor der Fähre Sandau

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.