Boizenburg – Tießau/Hitzacker – Elberadweg

Vom Wetter her war heute wieder Starkregen angesagt, das hieß also, gleich zu Beginn mit Regenanzug fahren. Bevor es auf die Drahtessel ging, war ein kleiner Spaziergang zum Markt notwendig, denn unsere Pension hatte kein Frühstücksangebot. In einem netten kleinen Kaffee haben wir uns ein ausgiebiges Frühstück geleistet. Es war so, als wollen wir hier Urlaub machen und den leicht verregneten Tag genießen, aber es war für heute noch eine kleine Strecke angesagt. Nach dem Frühstück bin ich zu einem Fahrrad- monteur, wegen der nicht richtig funktionierenden Schaltung. Die Bowdenzugisolierung der Gangschaltung hatte sich aus der Hülse gezogen und ging nicht mehr zurück. Aus diesem Grund ging die Schaltung in den unteren Gängen nicht mehr richtig. Es konnte aber nicht repariert werden, keine Teile. Mit etwas Gewalt, bekamen wir die Schutzhülle wieder etwas in die richtige Stellung. Dann gingen die unteren Gänge wieder, nur den 8 Gang bekam ich nicht mehr rein. Für eine richtige Reparatur wurde ein neuer Bowdenzug benötigt, der war leider nicht vorrätig im Geschäft. Ohne den 8 Gang konnte ich aber leben und die Tour fortsetzen.
Der Start von Boizenburg war im leichten Regen erfolgt, ich könnte jetzt sagen besser als bei großer Hitze zu fahren, das wäre aber nicht ganz so richtig. Wenn man keine Regenbekleidung benötigt ist das schon ein Vorteil, man kann mehr sehen und es macht vor allem mehr Spaß. Nun aber genug geheult, es ist wie es ist. Gestern war der Regen zum Abschluss schlimmer. Also gestartet, zu Beginn war der Elberadweg etwas undurchsichtig ausgeschildert. Im Laufe unserer Touren hatten wir uns schon an verschiedene Dinge bei der Ausschilderung gewöhnt, aber man lernt eben immer noch dazu. Dann auf den richtigen Weg gefunden, fanden wir einen schönen schmalen Radweg durch Wiesen und Weiden mit Tieren darauf. Die Landschaft strahlte eine richtige Ruhe aus, da störte der leichte Regen nicht. Auf unserer Strecke hatten wir uns vorgenommen, etwas abzuweichen und die Stadt Bleckrede zu besuchen. An der Fähre angekommen hatte uns ein ordentlicher Regenschauer eingeholt, also nach unserer Überfahrt schnell einen Unterschlupf suchen und etwas warten. Dann ging es in die Stadt und am Brauhaus lockte uns ein Tagesgericht, Grillteller für 6,50€ mit Getränk. Nach einer kurzen Rundfahrt durch die Stadt und weiteren Recherchen bei Gaststätten, kehrten wir zum Brauhaus zurück. Der Grillteller war ganz gut bestückt, aber leider keine leichte Kost für Radler. Nach einer Verdauungsfahrt zum Schloss ging es wieder zurück zur Fähre, also wieder auf die andere Elbseite zur Strecke. Es gab auch eine Möglichkeit auf der Seite von Bleckrede zu fahren, aber laut den Unterlagen waren dort bis Hitzacker starke Anstiege zu erwarten, nicht unser Ding. Der leichte Regen hatte uns bis zur Fähre Bitter/Hitzacker im Griff. Auf unserem Weg durch Wiesen, entlang von kleinen Dörfern hatten wir oft fliegende Begleiter, Schwalben. Diese niedlichen Tierchen haben uns immer umkreist, manchmal hatte ich Angst sie mit dem Vorderrad zu überfahren, so nahe sind sie um uns geflogen. Es hatte schon etwas mystischen an sich, die Schwalben waren lange bei uns geblieben. An der Fähre Bitter/Hitzacker angekommen, kam wieder eine große schwarze Wolke. Diesmal hatte es uns nicht so beeindruckt, Hitzacker war in Sicht und zu unserem Quartier sicher nicht mehr weit. Auf der anderen Seite begannen wir, mit dem Handy zum Quartier zu navigieren. Was stand da? Noch ca. 7 km, das war eine Enttäuschung und nahm uns die letzte Kraft. Wir waren der Meinung, unser Quartier ist hier, falsch gedacht wir mussten auf der Seite wieder zurückfahren und dabei ein Teil der Berglandschaft bezwingen, während der Himmel alle Schleusen geöffnet hatte. Es ging noch mal 7 km zurück nach Tießau. Sehr abgelegener Ökohof ohne Handyempfang. Die letzten Kilometer waren ein Kampf für die Nerven, die bei uns beiden blank lagen. Triefend nass und völlig geschafft durch Anstiege wurden wir von unseren Quartiergebern mit Freundlichkeit, bedauern, Fürsorge und der Aussicht auf eine heiße Dusche und ein Abendessen empfangen. Nach der Dusche und einer kurzen Pause waren die Nerven wieder etwas normal geworden, den Rest, schaffte dann das Essen und ein schöner Wein. Kaum Handyempfang, sehr langsames Internet, was will man mehr für einen ruhigen Abend. Die Hoffnung, unsere Sachen bis zum nächsten Tage trocken zu bekommen, schwanden ganz schnell. Während draußen ein Unwetter nieder ging, konnten wir aber im trockenem das Essen und den Abend genießen. In solchen Momente wird man dann auch Stolz auf sich, diese ungewöhnliche Etappe geschafft zu haben.
Am Ende waren es nur 55 km und 3:06 Stunden reine Fahrzeit.

Ein Schild vom ehemaligen Grenzverlauf

Wiesen neben dem Radweg

Bleckrede – Schloss Innenhof

Nach der Fähre das Unwetter

Genervt vor Hitzacker an der Fähre Bitter

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